Die Kontinuität und Wirkmächtigkeit von Fremdheitskonstruktionen in antiislamischen Diskursen

Nurcan Akbulut

Abstract


Westliche Orient-Rezeptionen sind gekennzeichnet durch eine einseitig konstruierte artifizielle Orientwirklichkeit, deren Herstellung auf einer antagonistisch-dichotomischen Logik basiert. Auf diese Weise produzierte Orientbilder, bringen Sinnbezüge hervor, die auf kultur-konträre Symbolisierungen rekurrieren und schließlich auf die Konstituierung von hegemonialen Über- und Unterordnungsverhältnissen abzielen. Durch Fremdmarkierungen von Kulturen und Religionen werden hegemoniale Dominanzansprüche wirksam zur Geltung gebracht. In diesem Zusammenhang haben zweckdienliche Fremdheitskonstruktionen eine wirkmächtige und unhinterfragte Kontinuität entwickelt.

Die Persistenz von stereotypen Vorstellungen über den Islam und die damit einhergehende Konstruktion einer scheinbar unüberwindbaren Fremdheit erklärt sich zum einen durch Transformation von Orientimaginationen zu ubiquitären Islambildern und zum anderen durch Forcierung einer pejorativen Wahrnehmung und Bewertung einer ausschließlich mit dem Islam assoziierten deklarierten Fremdheit, die ihre Wirkmächtigkeit insbesondere in antiislamischen Diskursen im hiesigen gesellschaftlichen Kontext entfaltet. Diese konturierten Gedanken greift der vorliegende Beitrag auf, konkretisiert und problematisiert sie, indem er den unhinterfragten Sinnzusammenhang bei der Konstruktion und Perpetuierung von Fremdheit hinterfragt.


Schlagworte


Orientalismus; Fremdheitskonstruktionen; Islambilder; Hegemonie; antiislamische Diskurse

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