Perspektivenreflexives Sprechen über Interkulturalität

Katharina von Helmolt

Abstract


Dem Begriff Interkulturalität wird vorgeworfen, dass er eine raum-zeitliche Abgrenzbarkeit von Kulturen impliziere und die kulturelle Durchmischung moderner Gesellschaften nicht ausreichend berücksichtige. Diese Kritik scheint besonders vor dem Hintergrund der in der letzten Zeit sprunghaft angestiegenen Migrationsbewegungen an Aktualität zu gewinnen. Ist der Begriff also obsolet geworden oder müssen wir ihn neu denken? Der Artikel spricht sich dafür aus, den Begriff Interkulturalität beizubehalten, da er seine Aktualität und Relevanz nicht verloren hat, wenn er auf die Ebene interpersonaler Interaktion bezogen wird. Denn gerade in Zeiten erhöhten Zuzugs in Gesellschaften kann es in interpersonellen Interaktionen vermehrt zu Erfahrungen von Differenz aufgrund unterschiedlicher Wissensbestände und Handlungsroutinen der Beteiligten kommen. Im Artikel wird vorgeschlagen, Interkulturalität als eine Perspektive der Interpretation interpersonaler Interaktion aufzufassen, die danach fragt, wie die Beteiligten kulturelle Differenz einbringen, inszenieren und erfahren. Mit Bezug auf das Konzept der Indexikalität wird anschließend darauf eingegangen, dass die sprachliche Darstellung von Interkulturalität immer eine unvermeidbare Tendenz zur Verallgemeinerung und damit zur (Re-)Produktion von Differenzlinien impliziert. Es wird dafür plädiert, diesem Dilemma mit einem bewussten Sprachgebrauch zu begegnen. 


Schlagworte


Interkulturalität, Migration, interpersonale Interaktion, Indexikalität, perspektivenreflexives Sprechen, bewusster Sprachgebrauch

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